In Abhängigkeit davon, wie Ihr Heilungsprozess verlaufen ist und wie viel Brustgewebe und Haut zur Wiederherstellung Ihrer Brust verfügbar sind, kann Ihr Facharzt für Rekonstruktion entscheiden, ob eine stufenweise Wiederherstellung Ihrer Brust mit einem Implantat die beste Lösung für Sie ist.
Bei Frauen mit einem geringen Anteil an Brustgewebe und Haut erfolgt im ersten Schritt der operativen Rekonstruktion der Brust die Einlage eines Gewebeexpanders, mit dessen Hilfe Haut und Gewebe als Vorbereitung zur späteren Brustimplantateinlage gedehnt werden. Ein Expander ist ein befüllbares Implantat mit einer Hülle aus Silikon, das schrittweise mit einer Kochsalzlösung gefüllt wird, um die Haut zu dehnen, ähnlich wie dies während einer Schwangerschaft auf natürliche Weise mit der Haut an Ihrem Bauch geschieht. Durch diese Dehnung wird Platz für das permanente Implantat geschaffen. Einige Wochen bis Monate später wird der Expander im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs durch das eigentliche Brustimplantat ersetzt. Wenn Sie über ausreichend Brustgewebe und einen gesunden, geschmeidigen Hautmantel zur Bedeckung des Implantats verfügen, kann Ihr Arzt ein Brustimplantat ohne vorhergehende Dehnung, d. h. ohne die Einlage eines Expanders, einsetzen.
Der Expander wird in der Regel in eine Tasche eingesetzt, in der er meistens von mehreren Muskeln wie dem großen Brustmuskel (Musculus pectoralis major) vollständig bedeckt wird und im Anschluss über ein Ventil, den sogenannten „Port“, mit Kochsalzlösung befüllt. Dieser Port stellt einen wesentlichen Bestandteil des Expanders dar. Das Auffüllen erfolgt über eine feine Nadel direkt durch die Haut und ist in der Regel nicht schmerzhaft. Viele Patientinnen verspüren während des Dehnungsprozesses ein leichtes Spannungsgefühl in der Brust, das aber normalerweise rasch wieder abklingt. Mit Hilfe dieses Verfahrens wird die Haut schrittweise gedehnt.
Obwohl die regelmäßige Befüllung des Expanders keine besondere körperliche Anstrengung mit sich bringt, nimmt sie doch viel Zeit in Anspruch und erfordert zwei Eingriffe. Sie sollten sich auch dessen bewusst sein, dass einige Gewebeexpander Materialien enthalten, die MRT-Aufnahmen (Magnetresonanztomographie) beeinträchtigen können. Wenden Sie sich bitte an Ihren Facharzt für Rekonstruktion wenn Sie zu diesem Thema Fragen oder Bedenken haben sollten.
Ungefähr 3 bis 6 Monate nach der ersten Operation, d. h. wenn die optimale Ausdehnung der Haut erreicht wurde, kann der Gewebeexpander durch das endgültige Implantat ersetzt werden. In Abhängigkeit vom Gesamtplan zur Behandlung Ihrer Brust kann der Zeitraum zwischen der ersten und der zweiten Operation durch Folgetherapien deutlich verlängert werden. Der Facharzt für Rekonstruktion wird Ihnen dabei behilflich sein, ein permanentes Implantat auszuwählen, das Ihren Wünschen entspricht und zur verbliebenen Brust passt. Möglicherweise werden Sie gefragt, ob Sie auch an der verbliebenen, gesunden Brust einen angleichenden chirurgischen Eingriff vornehmen lassen möchten, um eine optimale Symmetrie und das bestmögliche Resultat für das Aussehen Ihrer Brüste zu erzielen.
Die Operation zur Rekonstruktion der Brust wird in der Regel unter Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) durchgeführt. Jede Narkose beinhaltet ein gewisses Risiko und Sie sollten daher möglicherweise auftretende Probleme mit dem Anästhesisten besprechen. Die Operation dauert in der Regel zwischen 1 und 2 Stunden.
Bei der Operation zum Einsetzen des endgültigen Brustimplantats wird entweder eine neue Tasche für das Implantat gebildet oder, falls vorher ein Gewebeexpander zur Dehnung des Gewebes verwendet wurde, der Expander entfernt und das endgültige Implantat in die vom Expander vorgeformte Tasche platziert. Dabei wird das Implantat in aller Regel durch einen oder mehrere Muskeln bedeckt. Ist die gewünschte Position des Implantats erreicht, wird der Hautschnitt mit Nähten geschlossen. Zusätzlich zu den Nähten kann die Narbe auch geklebt werden.
Einigen Frauen steht die Möglichkeit eines dehnbaren Brustimplantats zur Verfügung, das sowohl die Funktion des Expanders als auch die des Brustimplantats in sich vereint. Bei dieser Methode ist nur ein einziger chirurgischer Eingriff erforderlich. Das Implantat besteht aus zwei Teilen: Ein Teil ist mit Kochsalzlösung gefüllt, der andere mit Silikongel. Dieses Kombinationsimplantat fungiert sowohl als Expander als auch als permanentes Implantat: Das Seitenventil, über das das Implantat befüllt werden kann, wird bei diesem Produkt unter der Haut platziert und ist mit dem dehnbaren Implantat über einen Schlauch verbunden. Wenn die richtige Brustgröße erreicht wurde (dies geschieht durch Einfüllen der Kochsalzlösung), muss das Implantat nicht entfernt werden.
Bei einer Mastektomie wird in den meisten Fällen die Brustwarze entfernt, da das Risiko besteht, dass diese Krebszellen enthält.
Nach Abschluss Ihrer Operation zur Wiederherstellung der Brust wird die Rekonstruktion der Brustwarze und des Warzenhofs üblicherweise im Rahmen eines separaten chirurgischen Eingriffs 6-12 Wochen später durchgeführt.
Die Brustwarze kann dabei durch eine der folgenden Methoden wiederhergestellt werden:
- Durch Anheben und Falten eines kleinen Lappens aus der Haut auf der wiederhergestellten Brust
- Durch Verwendung eines Teils der Brustwarze der anderen Brust, vorausgesetzt, dass diese groß genug ist
- Durch Verwendung eines Hautstücks von Oberschenkel, Ohr oder Zehe
- Durch Einsetzen eines Knorpelstücks vom Ohr oder den Rippen unter einen kleinen Hautlappen.
Der Warzenhof (die dunklere Haut im Bereich der Brustwarze) kann in der Regel durch eine Tätowierung oder, in manchen Fällen, mit einem Hautstück aus der Leistengegend oder den Schamlippen rekonstruiert werden, weil die Haut in diesen Bereichen etwas dunkler und deshalb dem Warzenhof ähnlich ist.
In jedem Fall handelt es sich dabei nur um einen kleinen Eingriff, der relativ schmerzlos ist. Operationen zur Wiederherstellung der Brustwarzen und der Warzenhöfe werden durchgeführt, nachdem die Rekonstruktion der Brust abgeschlossen ist. Es gilt zu beachten, dass wiederhergestellte Brustwarzen in der Regel nicht berührungsempfindlich sind.